CfP: Tagung „Wer erzählt deine Geschichte?“ (05-06.03.2027, Zentrum für Populäre Kultur und Musik, Freiburg i.B.) Deadline: 16.11.2026

CfP: Tagung „Wer erzählt deine Geschichte?“ –Sprache, Sprechen und Erzählen im deutschen Musicaltheater der Gegenwart

Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs, 5. und 6. März 2027

In der Anfangsszene der filmischen Originalfassung des späteren Erfolgsmusicals „Moulin Rouge!“ (UA: New York, 2019; DEA: Musical Dome Köln, 2022) sitzt der junge Schriftsteller Christian in einem Pariser Hotelzimmer an seiner Schreibmaschine; aus dem Off hört man ihn sprechen:

„Ich kam vor einem Jahr nach Paris, bereit, als Schriftsteller Erfolg zu haben, Wunder zu erfinden, um die Augen, Ohren und Sinne der Menschen zu erfreuen … Aber die größte Geschichte, die ich schreiben kann, wird meine eigene sein: wie ein Schriftsteller sich hoffnungslos in eine arme Tänzerin verliebt …“.

Filmszene aus „Moulin Rouge!“ (2001): Der Schriftsteller Christian (Ewan McGregor)
schreibt seine Geschichte. Foto: Alamy, 2K83HAP

Zwar weicht die 1. Szene der Musicalversion von „Moulin Rouge“ dramaturgisch-textlich von Baz Luhrmanns Original (2001) etwas ab, doch scheint das Stück bestens dafür geeignet, beispielhaft die zentralen Aspekte des Tagungsthemas zu fokussieren: Es geht um das Erfinden, Adaptieren, Schreiben und Erzählen musicaladäquater und publikumsattraktiver Geschichten, um Erzählhaltungen und Wort-Ton-Beziehungen. Ebenso wird die Spezifik von gesungener, gesprochener (und auch getanzter) Musicalsprache in den Blick genommen; ferner das Zusammenspiel von dialogischer Originalsprache und präexistenten Songtexte in Jukebox-Musicals (wie in „Moulin Rouge“), sowie die besonderen (inszenatorischen) Herausforderungen, die sich bei Textübersetzungen und bei Sprachmixe ergeben können. Mit speziellem Blick auf das deutsche bzw. deutschsprachige Gegenwartsmusical sind weiterhin solche Stücke in Betracht zu ziehen, die nach ihren deutschsprachigen Uraufführungen in Wien oder anderenorts den Weg auf internationale Bühnen in Japan, Südkorea, den USA oder anderen Ländern (und jeweils landessprachlich übersetzt) geschafft haben: z. B. „Tanz der Vampire“ (UA: Wien, 1997; DEA: Stuttgart, 2000), „Elisabeth“ (UA: Wien, 1992; DEA: Essen, 2001), „Mozart!“ (UA: Wien, 1999; DEA: Hamburg, 2001) oder „Rebecca“ (UA: Wien, 2006; DEA: Stuttgart, 2011).

Dass Musical-Stoffe, Textbuch-Produktionen sowie Song-Kompositionen besonders für neue deutschsprachige Musicals in Fachkreisen ein wachsendes Interesse gefunden haben, ist nicht zuletzt der Deutschen Musical Akademie in Berlin zu verdanken. Denn mit der Einrichtung der „Schreib:Maschine“ wurde 2015 „Deutschlands einzige offene Bühne für Musical-Autor:innen und Komponist:innen geschaffen“, um „neue Ideen für neue Musicals“ zu generieren. Ein Szenentreffpunkt von Musical-Kreativköpfen, der inzwischen auch in anderen Städten im deutschsprachigen Raum (Hamburg, Köln, Wien, Linz) stattfindet. Und natürlich trägt der seit 2014 jährlich vergebene Deutsche Musical Theater Preis des Berliner Branchenverbandes entscheidend dazu bei, die große Vielfalt sowie die künstlerische Leistungs- und Strahlkraft des deutschen und deutschsprachigen Musicals weithin publik zu machen und angemessen zu würdigen.

Das Jahresmeeting 2027 wird veranstaltet von den Freunden und Förderern des Deutschen Musicalarchivs e.V. und dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg, dem Sitz des Deutschen Musicalarchivs.

Das Meeting versteht sich als interdisziplinäre Plattform für vielfältige Beiträge und Perspektiven, insbesondere sind Nachwuchswissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen eingeladen, Paper einzureichen. Und weil das Tagungsthema 2027 speziell auch literatur- und theaterwissenschaftliche, linguistische, kommunikationswissenschaftliche sowie musiktheoretische als auch theaterpraktische Fragestellungen impliziert, freuen wir uns über Bewerbungen aus den entsprechenden Wissenschaftsdisziplinen und Praxisfeldern.     

Zusendungen von Vortrags-Exposés (maximal eine Seite) werden bis spätestens zum 16. November 2026 erbeten. Die jeweilige Vortragszeit ist auf maximal 30 Minuten begrenzt und soll anschließend genügend Zeit (15 Minuten) für Rückfragen und Diskussionen bieten.

Das ZPKM bemüht sich, (Nachwuchs-)Forscher:innen oder Praktiker:innen ohne institutionel­le Anbindung die Reise- und Hotelkosten zu erstatten (wir erbitten bei der Einreichung eines Exposés um einen entsprechenden Hinweis). Eine Auslagenerstattung für alle Referent:innen ist aufgrund der Haushaltslage der Universität Freiburg leider nicht möglich.

Veranstaltungszeit und -ort:
5. und 6. März 2027

Zentrum für Populäre Kultur und Musik
Deutsches Musicalarchiv
Rosastraße 17–19
D-79098 Freiburg im Breisgau


Bitte senden Sie Ihre Exposés per E-Mail an die Veranstalter:


Helene Heuser